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Zukunftsforum Energiewende News

Mit der richtigen Wärmeplanung die kommunale Wärmewende erfolgreich umsetzen

25.09.2017: Ein großer Teil der Treibhausgasemissionen in Deutschland liegt direkt oder indirekt im Wirkungsbereich der Kommunen. Mit der kommunalen Wärmeplanung verfügen sie über einen wirksamen Hebel, um die Wärmewende in Deutschland und damit den Klimaschutz voranzubringen.

Die Entwicklung im Wärmesektor wird bisher größtenteils durch unkoordinierte Investitionsentscheidungen der einzelnen Gebäudeeigentümer bestimmt. Dabei wäre, im Vergleich zur Summe der individuellen Einzellösungen, der Anschluss an ein Wärmenetz – für ein Dorf oder Quartier betrachtet – oft die wirtschaftlich attraktivere Variante. Wärmepläne sollen deshalb zu Investitionsentscheidungen aus einer umfassenden Perspektive führen und für ganze Siedlungen oder Ortsteile sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen sowie den passenden Mix aus Effizienzmaßnahmen und Wärmelösungen identifizieren. So kann auf fundierter Datengrundlage bewertet werden, ob Einzellösungen, wie z.B. Pelletheizungen, oder eine netzgebundene Wärmeversorgung die vorzüglichere Lösung darstellt. Um Wärmenetze genau dort auszubauen, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist und sich technisch umsetzen lässt, braucht es eine strategische Planung. Wärmepläne zeigen auf, wie sich bestehende Wärmenetze von fossilen Brennstoffen auf Erneuerbare Energien umstellen lassen oder wo neue Wärmenetze für eine Wärmeversorgung auf Basis von Biomasse, Solarthermie, Erdwärme, industrieller Abwärme und Power-to-Heat errichtet werden sollten. Unter Federführung der Kommune können sich unterschiedliche Interessenvertreter in einem transparenten Verfahren an der Erstellung kommunaler Wärmepläne beteiligen.

Sinn und Ziel der kommunalen Wärmeplanung
Ein Wärmeplan ist ein informelles Planungsinstrument der Kommune zur langfristigen Gestaltung der Wärmeversorgung. Kommunale Wärmepläne zeigen Wege auf, wie örtliche Gemeinschaften die zahlreichen Chancen der Wärmewende über intelligente Lösungen für sich nutzbar machen können. Sie sollen die Wärmeversorgung effizienter machen, auf klimaschonende Techniken umstellen und die Preise sollen langfristig stabil gehalten werden. Kommunen können mithilfe einer Wärmeplanung Prioritäten setzen und fundierte Entscheidungen treffen. Die getroffenen Entscheidungen können in andere Planungsinstrumente (z.B. die Bauleitplanung oder Flächennutzungsplan) integriert werden. 

Der Weg zum kommunalen Wärmeplan
Grob lässt sich die Verwirklichung eines kommunalen Wärmeplans in drei Hauptphasen untergliedern: Die Bestands- und Potenzialanalyse, die Konzeptentwicklung und die Umsetzung. Alle drei Phasen finden idealerweise unter einer transparenten Akteursbeteiligung statt. In der ersten Phase geht es darum, die notwendigen Daten systematisch zu sammeln. Erforderlich sind Daten zu Wärmebedarf und -erzeugung, Wärmequellen, zur bestehenden Infrastruktur und zu den Potenzialen der erneuerbaren Wärmegewinnung. Darauf aufbauend werden Prognosen zur Wärmebedarfsentwicklung erstellt. Als nächstes werden Konzepte und Alternativen entwickelt. Aus diesen Optionen entscheidet sich die Kommune für die für sie optimale Variante und entwickelt dafür Handlungsstrategien. Die Auswahl erfolgt anhand von Prioritäten der Gemeinde und ihrer Bürger. Die Prioritäten setzen die kommunalpolitischen Entscheidungsträger unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Für den Prozess der Erstellung des Wärmeplans sollte zu Beginn ein spezielles Steuerungsteam eingesetzt werden, das die Zusammenarbeit mit Fachplanern, Ingenieuren und Architekten koordiniert. Noch steht die kommunale Wärmeplanung in Deutschland erst am Anfang, doch wird sich dies angesichts der vielen Vorteile für die erfolgreiche Umsetzung der Wärmewende in Deutschland hoffentlich ändern.

Diskutieren Sie das Thema Wärmeplanung auf dem Zukunftsforum Energiewende in Kassel
Am 28. und 29. November kommen etwa 500 engagierte Umsetzer aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Elektromobilität und Klimaschutz in die documenta-Halle Kassel zusammen, um u.a. über das Thema Wärmeplanung zu diskutieren.