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Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung der Energiewende

30.10.2018, Schönau: Die Bürger in Deutschland sprechen sich nicht nur regelmäßig mit großer Mehrheit für die Energiewende aus, sondern sind mit Abstand die Aktivsten bei der Umsetzung: 42 % der Erneuerbaren Energien sind in der Hand von Bürgern, bei der Windenergie an Land sind es 41 %, bei der Solarenergie sogar 49 %.

Leider ist in beiden Sparten der Zuwachs durch vielerlei Beschränkungen gesunken, aber Bürgerengagement ist immer noch der entscheidende Erfolgsfaktor für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die Basis für Akzeptanz und Engagement steht und fällt mit Beteiligungs- und Investitionsmöglichkeiten der Bürger.

Doch nicht immer führt das zur erfolgreichen Umsetzung, z.B. bei Windenergieprojekten. Der zunehmende Protest von Windkraftgegnern und Klimawandelleugnern führt zu langen Verzögerungen und immer öfter auch zum Scheitern der Projekte – zum Nachteil der Energiewende, die auf den Ausbau der Windenergie angewiesen ist, soll doch neben der Atomenergie auch die Kohlekraft so schnell wie möglich beendet werden. 

Die Fotovoltaik, die auf Dauer zusammen mit Speichern das größte Potential hat, ist mehr oder weniger unumstritten. Mit Mieterstromprojekten aus Fotovoltaik und Kraftwärmekopplung kann die lokale Energiewende erfolgreich umgesetzt und Strompreise gesenkt werden.

Aus der EU kamen im Sommer 2018 mit der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie gute Nachrichten zur Bürgerenergie, die damit als integraler Bestandteil der europäischen Energiewende anerkannt wird. Die Richtlinie geht auf eine alte Forderung ein, Prosumer Rechte zur Erzeugung, Speicherung und Handel zu stärken und den Eigenverbrauch von Abgaben zu befreien.

Bürgerenergie ist aber mehr, als die von Bürgern und Bürgergesellschaften umgesetzten Projekte. Bürgerenergie sind alle Aktivitäten von Bürgern, die dazu beitragen, die Energiewende voranzubringen: z.B. politischer Druck, bürgerliche Lobbyarbeit für die Erneuerbaren Energien, oder die Anrufung von Gerichten, wenn es gar nicht mehr anders geht. 

Demonstrationen gegen die Kohlekraft gehören genauso zur Bürgerenergie wie die vielen Anti-Atom-Initiativen, die den Atomausstieg über Jahrzehnte vorbereitet und überhaupt erst möglich gemacht haben. Oder der in Freiburg neu gegründete Verein für eine CO2-Abgabe, in dem sich Bürger, Kommunen, Unternehmen und Verbände für eine wirksame Lenkungsabgabe auf Treibhausgase einsetzen, um die zahlreichen Umlagen und Steuern auf Energie in Deutschland neu auszurichten. 

Im Stromsektor ist die deutsche Energiewende schon verhältnismäßig weit. Immerhin 36,5 % Erneuerbare Energien sind im Strommix enthalten (Stand 2017), wenngleich die deutschen CO2 Emissionen kaum sinken, da die Exporte vorwiegend von Kohlestrom seit Jahren zunehmen. Bei der Wärmeversorgung und der Mobilität hingegen hat sich bislang noch kaum etwas getan, dabei ist die Wärmeversorgung einer der höchsten Treibhausgasemittenten.

Die Elektrizitätswerke Schönau bauen daher seit einigen Jahren Nahwärmenetze unter aktiver Beteiligung von Bürgern, die sich durch Kontakte und Kommunikation innerhalb der Gemeinde für hohe Anschlussdichten und damit die Machbarkeit der Projekte einsetzen. Die Nahwärmeversorgung über regenerativ betriebene Blockheizkraftwerke, solare Wärme und gegebenenfalls industrielle Abwärme ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit von Kommunen, Bürgern und Unternehmen.

Genau diese Zusammenarbeit benötigen wir für die dringend gebotene Geschwindigkeit bei der Bekämpfung des Klimawandels. Wenn dann noch die Politik möglichst schnell geeignete Rahmenbedingungen schafft, hat die Energiewende eine wirkliche Erfolgschance
 

- Autorin Ursula Sladek, Gründerin der Elektrizitätswerke Schönau -

 

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Portrait Ursula Sladek

Ursula Sladek, Gründerin der Elektrizitätswerke Schönau, DBU Umweltpreisträgerin 2013